Sprachschulen: Wie man die richtige wählt (in England und anderswo)

Die Wahl der richtigen Schule ist für den Erfolg eines Sprachaufenthaltes von entscheidender Bedeutung.

  • Staatlich anerkannt?
    Gute Sprachschulen sind anerkannt, von offizieller und anderer Seite. Damit unterwirft man sich regelmässigen, strengen Kontrollen, auch unangemeldet. Die Schule muss demnach vom British Council akkreditiert sein und sollte als Mitglied von English UK figurieren.
  • Personal umfassend geschult?
    Die Lehrpersonen müssen sehr gut qualifiziert sein, inkl. Spezialausbildung „Teaching English as a Foreign Lanuage" (TEFL), und eine grosse Erfahrung mitbringen. In anderen Ländern spricht man nicht nur andere Sprachen, es herrschen auch andere Sitten. Gute pädagogische Kenntnisse alleine reichen nicht aus, es sind für Sprachlehrer darüber hinaus interkulturelle und andere Kompetenzen erforderlich. Die Schulleiter sind idealerweise ausgebildete Lehrer und wirken teilweise auch im Unterricht mit – so sind sie stets informiert, welche menschlichen Probleme auftauchen. Noch besser ist es, wenn die Lehrer selbst international erfahren sind und andere Länder selbst kennengelernt haben.
  • Vertrautheit mit der Prüfungsmaterie?
    Die Lehrerinnen und Lehrer müssen mit den Sprachprüfungen gut vertraut sein, auf die man hinarbeitet (beispielsweise die Cambridge Examen). Dazu zählt auch die Kenntnis der zielführenden Unterrichtsmaterialien. Nicht alle Lehrmittel eignen sich gleichermassen, um den prüfungsrelevanten Stoff zu vermitteln. Im Idealfall ist die besuchte Schule selbst anerkannte Prüfungsstelle. Wichtig auch, dass die Prüfungskurse regelmässig durchgeführt werden.
  • Kurspalette breit?
    Unterschiedliche Schülerinnen und Schüler benötigen unterschiedliche Kurse. Je mehr Kurse eine Schule anbietet, umso eher findet man den richtigen.
  • Alle Niveaus jederzeit angeboten?
    Sehr entscheidend ist die Homogenität der Kursteilnehmer. Es ist erforderlich, dass alle Teilnehmer einer Klasse ungefähr denselben Kenntnisstand haben. Eine Sprachschule sollte darum alle angebotenen Niveaus jederzeit durchführen (das ermöglicht auch, jederzeit einsteigen zu können und unmittelbar nach Abschluss eines Kurses den nächsthöheren Studiengang besuchen zu können, ohne Unterbruch). Andernfalls besteht die Gefahr, dass Studenten mit unterschiedlichem Vorwissen in einer Klasse sitzen – das senkt die Lerngeschwindigkeit und beeinträchtigt den Erfolg.
  • Realistische jahreszeitliche Schwankungsbreite der Schülerzahlen?
    Manche Schulen akzeptieren im Sommer mehr Studenten, als sie in den eigenen Gebäuden betreuen können – und führen Kurse auch ausserhalb des Schulhauses durch oder gar in Zusammenarbeit mit anderen Schulen. Das kann zu einer Verzettelung führen und damit zu einer Qualitätseinbusse. Weiter gilt: Nur wenn auch in den Wintermonaten eine genügend grosse Schüleranzahl vorhanden ist, kann in dieser Zeit jedes Kursniveau angeboten werden.
  • Studenten aus unterschiedlichen Herkunftsländern?
    Eines der grössten Hindernisse beim Sprachenlernen ist die eigene Muttersprache. Je mehr man während eines Sprachaufenthalts in der Zielsprache spricht, umso besser. Es ist darum von Vorteil, wenn Schüler vieler unterschiedlicher Nationalitäten gemischt sind. Die Zielsprache wird dann zur verbindenden Sprache, derer sich alle bedienen. Zudem findet so auch kulturelles und emotionales Lernen statt. Diese Horizonterweiterung beschleunigt den Spracherwerb zusätzlich. Ideal ist eine Quote von 10 – 20 % deutsch Sprechender.
  • Zielsprache als Schulareal-Sprache?
    Je mehr man in der Zielsprache spricht, umso schneller kommt man voran. Einige Schulen erklären darum die zu lernende Sprache zur Umgangssprache. Das wird denn auch kontrolliert: Wer beispielsweise auf dem Pausenhof beim Reden in der Muttersprache erwischt wird, bezahlt als symbolische Geste eine kleine Münze (z.B. 10 Pence) in eine Spendebox ein. Die gesammelte Summe kommt nach Kursende einer wohltätigen Institution zugute.
  • Absenzen kontrolliert?
    Eine Sprachschule ist kein Feriencamp. Die einzelnen Schülerinnen und Schüler machen nur dann rasche Fortschritte, wenn die Klasse als Ganzes Fortschritte macht. Unwillige Studenten und Schwänzer verlangsamen das Lerntempo und müssen daher zur Vernunft gebracht werden. Die Schule muss früh Verwarnungen aussprechen – und die Betroffenen aus dem Unterricht entfernen, wenn keine Besserung eintritt. Freizeit ist genauso wichtig wie Unterricht – und gelegentliches Über-die-Stränge-Schlagen gehört in jungen Jahren dazu; auch dafür sollte die Schule Verständnis aufbringen. Aber nur dann, wenn ebenso hart gearbeitet wird wie man feiert...
  • Breites Rahmenprogramm?
    Sprachenlernen vollzieht sich in einem Rhythmus aus Anspannung und Entspannung. Das Programm in der Freizeit ist für den Lernerfolg so bedeutsam wie der Unterricht selbst; die Schule sollte darum ein vielfältiges Angebot zur Verfügung stellen. Idealerweise finden die Aktivitäten unter Begleitung eines ortskundigen Lehrers statt. Das Freizeitprogramm sollte aber stets freiwillig sein. Manchmal wollen Studenten in der unterrichtsfreien Zeit lieber lernen oder für sich alleine sein.
  • Ansprechpartner vorhanden?
    Wie gut eine Schule ist, kann sie auch zeigen, wenn es nicht gut läuft. Es kommt bei Sprachaufenthalten immer wieder mal zu menschlichen Problemen. Die Schule sollte für jede Schülerin und jeden Schüler einen persönlichen Ansprechpartner bestimmen. Unabdingbar ist auch eine 24h-Hotline – der Schlüssel zur Gastwohnung geht gerne dann verloren, wenn es spät ist und die Gastfamilie schon schläft, und in der Fremde verirrt man sich schneller als zu Hause.
  • Gastfamilien geprüft?
    Nicht alle Familien eignen sich auch als Gastfamilien. Seriöse Sprachschulen prüfen mögliche Gasteltern gründlich, bevor sie in die Liste aufgenommen werden und kontrollieren diese regelmässig. Sie weisen jeder Familie nur einen Student pro Muttersprache zu – und lehnen Studenten ab, wenn keine geprüften Gasteltern mehr frei sind. Für die Gäste steht ein eigenes Zimmer zur Verfügung, und die Familie nimmt sich Zeit für tägliche Konversation. Fühlt sich eine Schülerin oder ein Schüler in einer Familie nicht wohl, kann rasch gewechselt werden (innerhalb weniger Tage). Die Gastfamilien wohnen in der Nähe der Schule, oder die Schule ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Es handelt sich um eine sichere, ruhige Gegend. Auch das Stadtzentrum und kulturelle oder sportliche Betätigungsmöglichkeiten sind idealerweise nicht allzu weit entfernt. Es sollte möglich sein, in die Natur zu gehen und durchzulüften – und vielleicht sogar am Meer salzig herbe Luft einzuatmen, den Möven zuzuhören und Kräfte zu tanken für den nächsten Unterrichtstag.